Offener Brief an das BAMF

28.03.2014

an:
– den Präsidenten des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, Herrn Dr. Schmidt
– die Abteilungsleiterin Integration des BAMF, Frau Jordan
– Firma CR Sprach-Schulungen, Nürnberg
– 630 Lehrkräfte in Integrationskursen
– Interessierte WissenschaftlerInnen aus den sozial- und bildungswissenschaftlichen Fakultäten

 
Betr.: Integration – Unterrichtsqualität – Bezahlung – Konzeptqualität


Sehr geehrter Herr Dr. Schmidt,
Sehr geehrte Frau Jordan,
Sehr geehrte Damen und Herren,

die Initiative Bildung Prekär ist ein Bündnis von bundesweit über 650 freiberuflichen DaF/DaZ-Lehrkräften in Integrationskursen.

Viele Menschen aus den Eurokrisenländern und aus Ländern, wo Krieg und Zerstörung keine nachhaltigen Lebensperspektiven ermöglichen, werden in den nächsten Jahren zunehmend nach Deutschland kommen.

Deutschland ist immer mehr auf Menschen aus dem Ausland angewiesen, die bei uns arbeiten und damit Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Migranten und Migrantinnen sollen dem Sozialstaat nicht zur Last fallen, also eine sozialversicherungspflichtige Arbeit aufnehmen, wofür ausreichende Deutschkenntnisse die erste Voraussetzung ist.

Hierfür hat das BAMF vor Jahren ein Integrationskonzept vorgelegt, das seit Jahren von Sprachschulträgern, Lehrkräften und Wissenschaftlern zu Recht scharf kritisiert wird. Es geht in weiten Teilen an der Realität, am Bedarf und an den drängenden Erfordernissen weit vorbei.

Kurz: das Integrationskonzept weist gravierende qualitative Mängel auf, weil es nicht zielführend ist und deshalb Migranten und Migrantinnen, Lehrkräfte und Sprachschulträger darunter leiden. Da das BAMF dem Bundesinnenministerium untergeordnet ist und nicht entsprechend den Inhalten einem Bundesministerium für Bildung oder Arbeit und Soziales, ist es nicht verwunderlich, dass das BAMF völlig ungerührt von diesen hinlänglich bekannten und allerorts beklagten und diskutierten Erkenntnissen bisher keine erkennbare Notiz nimmt.

Stattdessen versucht das BAMF diese eklatanten Mängel am Konzept für Integration mit strengen und oft realitäts- und praxisfernen Qualitätsanforderungen an Schulträger und Lehrkräfte wettzumachen.
Ein Beispiel sind die Zusatzqualifizierungen für Lehrkräfte in Alphabetisierungskursen. Das BAMF schreibt den Trägern vor, welche Qualifikationen die angeblich “selbstständigen” Lehrkräfte haben müssen, um in Alphabetisierungskursen unterrichten zu dürfen. Eine Honorarhöhe kann das BAMF den Trägern aber nicht vorgeben, weil das angeblich in die Vertragsfreiheit zwischen Träger und Lehrkraft eingreifen würde.

Gleichzeitig ist das BAMF aber nicht willens, diese letztlich völlig wirkungslosen Qualitätsanforderungen an Schulträger und Lehrkräfte im erforderlichen Maße finanziell zu fördern.
Das Integrationskonzept ist nur dort tatsächlich eine „Erfolgsgeschichte“, wo durch diese unzureichende und vor allem billige Konzeption sehr viel Geld eingespart wird. Hinsichtlich des Ziels, Zuwanderer durch aufgezwungenen Deutschunterricht in 600, bzw. 900 Unterrichtseinheiten in die deutsche Gesellschaft zu integrieren, kann von einer „Erfolgsgeschichte“ nicht die Rede sein. Auch ein aufgezwungener Kurs „Leben in Deutschland“ ist als Orientierungshilfe in der deutschen Gesellschaft in der vorliegenden Fassung nicht nur überwiegend ungeeignet, sondern steht in vielen Einzelfällen sogar einer Integration im Wege.

Das BAMF fordert mit hohem Druck von den Lehrkräften optimale Unterrichtsqualität, ignoriert aber völlig, dass das Ergebnis nur mäßig sein kann, wenn die Lehrkräfte aufgrund der Bezahlung, die für sie existenzbedrohend niedrig ist, wenig motiviert sind, das in teuren Zusatzqualifikationen Gelernte mit oft hohem unbezahlten Vorbereitungs- und Durchführungsaufwand unter enormem Zeitdruck in 600, bzw. 900 Unterrichtseinheiten umzusetzen. Die Lehrkräfte erhalten durch die BAMF-Zulassung die Berechtigung zu unterrichten, aber die Fortbildungen alleine sichern noch längst keine Garantie für die Qualität der Kurse. Für die gute Qualität des Unterrichts sind viel mehr die Rahmenbedingungen entscheidend, dazu gehört im besonderen Maße auch die Bezahlung. Das BAMF ignoriert auch, dass die Schulträger nur das Geld an die Lehrkräfte an Honorar weitergeben können, was sie vom BAMF bekommen – derzeit 2,94 EUR/UE und anwesendem TN oder 20 EUR/UE Mindesthonorar.

Das sind für die als nahezu allerorts selbstständig eingestuften und beschäftigten Lehrkraft ca. 5,50 EUR/UE netto – auf den Monat (28 UE pro Woche) gerechnet ca. 900 EUR = Hartz IV-Niveau. Die KursteilnehmerInnen sind i.d.R. mittellos und können dem Sprachschulträger ebenfalls keinen Gewinn einbringen, der Vertragsfreiheit mit der selbstständigen Lehrkraft ermöglichen könnte.

Durch die Unterbezahlung qualitativ hochwertigen Deutschunterrichts greift das BAMF nicht nur massiv in die Vertragsfreiheit zwischen Träger und selbstständiger Lehrkraft ein, sondern es verhindert diese Freiheit sogar. Den Lehrkräften werden zudem die Fahrkosten zu den wenigen vom BAMF zugelassenen Bildungseinrichtungen, ggf. auch die Unterbringungskosten, der Verdienstausfall durch die Teilnahme an diesen Kursen, die Investition zumindest eines Wochenendtages mit hohem Erholungswert und sicher bald auch die kompletten Kurskosten selbstverständlich auferlegt und zugemutet. All das hat keinen Einfluss auf die tatsächliche Qualität Ihrer Integrationsbemühungen, da durch Dumpinghonorare die Motivation, hochwertigen Unterricht zu geben nicht hoch sein kann und vor allem, weil das ganze Integrationskonzept qualitativ auf niedrigem Niveau und nicht zielführend ist.

Unsere Fragen an das BAMF sind daher:

1. Warum verbessern Sie nicht entsprechend wissenschaftlicher Erkenntnisse die Qualität Ihres Integrationskonzepts auf das erforderliche Maß und statten es finanziell entsprechend aus?

2. Warum lassen Sie sich dabei nicht von wissenschaftlichen Fachleuten und Lehrkräften beraten, die täglich mit Zuwanderern und ihren Problemen zu tun haben und arbeiten müssen? Wir stehen dafür gern zur Verfügung. So entstünde auch ein vertrauensvolles, konstruktives Miteinander zwischen BAMF, Trägern und Lehrkräften und nicht, wie bisher und derzeit, ein destruktives Gegeneinander!

3. Warum orientieren Sie sich an den wenigen „Schwarzen Schafen“ bei Sprachschulträgern und glauben, Sie könnten dadurch Betrug und Unterricht minderer Qualität entgegenwirken? Weder sehen sich Träger zum Betrug genötigt, noch unterrichten Lehrkräfte unmotiviert lustlos, wenn die Finanzierung ihrer qualitativ hochwertigen Leistungsanforderungen im gerechten und sozial verträglichen Verhältnis zur Bezahlung steht und die Konzeption für alle Beteiligten alltagsrelevant und praxisnah ist und jedem/jeder reale Chancen zur Integration gibt.

4. Warum untergraben Sie selbst Ihren eigenen Qualitätsanspruch an Deutschunterricht mit völlig unzureichenden 2,94 EUR/UE und anwesenden TN, und stocken diesen Betrag nicht zumindest auf 6 EUR auf, damit die Lehrkräfte entsprechend Ihren Qualitätsanforderungen und Erwartungen bezahlt werden können?

5. Wie kommentieren Sie den Artikel im Flensburger Tageblatt mit dem Titel “Staatliches Lohn-Dumping in der VHS”? Ihre Behörde organisiert und verteidigt dieses Lohn-Dumping mit den Worten: „Mit dieser Anpassung ist seitens des Bundesamts die Erwartung verknüpft, dass sich die Lehrkräftevergütung insgesamt verbessert“, teilte Pressesprecherin Christiane Germann mit.”
Wir glauben hingegen, dass das BAMF ganz bewusst die miserable Situation der Lehrkräfte verschleiert und schönredet. Wir glauben nicht, dass das BAMF die personellen Ressourcen hat, um gute Integrationskurse zu organisieren, sondern dass das BAMF mit dieser Aufgabe überfordert ist. Deshalb findet man auf der Webseite des BAMF unter “Ansprechpartner – Integration – Bewertungskommission” nur eine leere Seite. Es gibt beim BAMF kein Qualitätsmanagement, das den Namen verdient.
Über die berufsbezogene Sprachförderung heißt es: “Das Programm verbindet effektiv Deutschunterricht, berufliche Qualifizierung und Praktikum miteinander und hilft zugewanderten Menschen auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.” Wir gehen davon aus, dass das BAMF diese Aussage nicht mit belastbaren Zahlen untermauern kann.   
Das BAMF ist noch nicht einmal in der Lage sicherzustellen, dass Fahrkosten von den Trägern an die KursteilnehmerInnen weitergeleitet werden. Uns würde interessieren, wieviel an öffentlichen Steuergeldern bei den Trägern “versacken”, weil das BAMF die Weiterleitung der Fahrtkosten an die KursteilnehmerInnen nicht kontrolliert.     

Aus Ihrer „Erfolgsgeschichte“ des Geldsparens trotz hoher Qualitätsanforderungen könnte sehr viel ehrlicher und effektiver als bisher eine Erfolgsgeschichte der Integration von Migranten und Migrantinnen in die deutsche Gesellschaft werden – ganz ohne weitere kostenaufwendige Zusatzqualifikationen! Die Lehrkräfte sind bereits seit vielen Jahren gemessen an den Dumpinghonoraren, für die Sie hauptverantwortlich sind, weit überqualifiziert.

Sie finden diesen Brief auch im Internet. Wir würden uns über eine Antwort Ihrerseits freuen, die wir dann gerne auch ungekürzt ins Internet stellen.

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Pabel, Bonn, pastep@hotmail.com
Georg Niedermüller, bmoc85@web.de
Marion Bergmann, marion.bergmann@versanet.de
 – Initiative Bildung Prekär –

 

Advertisements
This entry was posted in Uncategorized. Bookmark the permalink.

4 Responses to Offener Brief an das BAMF

  1. georg67 says:

    Liebe Kollegen,
    1.
    ein sehr gutes Schreiben: maßvoll im Ton, hart in der gerechten Sache.
    Ich bin begeistert und für Ihren bewundernswert unermüdlichen Einsatz dankbar!

    2.
    Hallo ihr 3,

    wieder mal viel Arbeit für euch!!!

    Bei der von euch erwähnten “berufsbezogenen Sprachförderung” handelt es sich um das ESF-BAMF-Programm, das z.B. im Anschluss an den Integrationskurs stattfindet. TN “müssen/sollen” über B1-Niveau verfügen! Angesetzt mit 720 Stunden (s. BAMF-Programm).
    Dass 600 UE bis B1 bei den üblichen TN zu knapp sind, ist klar. Fundiertes B1 in normalen Kursen in 900 UE!
    Ich habe mir mal eben das Konzept für ESF angeschaut. Hier wird ja ausgeschrieben/Wettbewerb… Das päd. Konzept strotzt mal wieder an höchsten Anforderungen an die Lehrkräfte!!! Samt Abschlussbericht für jede_n TN! Da ich auch aus der Berufsvorbereitung komme, weiß ich was das eigentlich für ein riesiger Aufwand ist!!! Dieser sollte auch angemessen entlohnt werden. Was ab 2004, damals Absenkung unseres Gehaltes um 30% aufgrund von Dumpinganbietern, nicht mehr der Fall war. Entsprechend ging die Qualität zurück. (Ich stieg – wieder mal – aus, um meine Qualität nicht anpassen zu müssen. Sonst hätte ich auch mit Planstelle1984 weiter am Gymnasium bleiben können!) Der neuerliche Mindestlohn in der Weiterbildung, wozu ESF gehören sollte, beträgt 12 € paar Gequetschte Bruttolohn/Zeitstunde. Schwachsinn!!!

    Auf meine Anfrage bei der GEW 2012 bzgl. LK Stundenumfang, Vor- und Nachbereitungszeit finanziell berücksichtigt oder nicht, gab`s damals (noch) keine Antwort.

    Beim ESF gibt`s sozialpäd. Kräfte, auch Jobcoaches, samt Lehrkraft müssen sie fachübergreifend zusammenarbeiten. An sich zu erwarten, aber Bezahlung???!!!

    In den I-Kursen braucht`s anwesende Sozialpädagog_innen, die es nicht gibt.

    Mein Fazit: 900 UE bis B1 im I-Kurs anschließend ESF-berufsbezogene Sprachföderung und Praktikumsbegleitung. Ob hier 720 Stunden ausreichen, ist vom Klientel abhängig. Wir wissen, BAMF hält Geld und Zeit knapp!
    Berufsvorbereitungslehrgänge für deutschsprachige Jugendliche gingen z.B. von Oktober bis Juli/August

    3.
    Hallo Kollegen,
    ein solches Schreiben muss an die “Geldgeber” im Bundestag und der Regierung gerichtet werden:
    Der Präsident des Bundesamtes hat keinen wirklichen Einfluss auf die Höhe des Etats.

    4.
    find ich gut, was Ihr da schreibt! Stimmt alles!
    Habt Ihr eigentlich schon ‘mal daran gedacht, vor den Europäischen Gerichtshof zu gehen,
    wegen Gleichbehandlung EU-intern? In anderen EU-Ländern werden doch solche Integrations-
    kurse oder Integrationsmaßnahmen anders behandelt. Wie ist das mit der Umsetzung in
    Deutschland? Richtlinien?

    5.
    Danke für diesen Brief.

    Wäre es nicht an der Zeit auch dem Bundespräsidenten mal ein Schreiben von uns allen zuzuschicken, oder bringt das nichts.

    6.

    • georg67 says:

      Hallo liebe Kolleginnen und Kollegen,

      vielen Dank für die 5 Kommentare, die bisher hier eingegangen sind und auf die wir kurz eingehen wollen.

      zu 5: Den Bundespräsidenten anschreiben hat keinen Sinn, weil der Bundespräsident in Deutschland nicht viel zu sagen hat und auch nicht für die Bildungspolitik zuständig ist.
      zu 4: Vor den Europäischen Gerichtshof zu gehen? Dazu fehlen uns die Ressourcen. Außerdem haben wir in Deutschland Bundestagsabgeordnete, die dafür zuständig sind, die Sachen so zu regeln, dass der Laden läuft. Es ist aber leider so, dass die Damen und Herren der SPD, der Grünen, der CDU und der CSU keine Lust dazu haben, die Situation zu verbessern.
      zu 3: Richtig, der Präsident des BAMF hat keinen Einfluss auf die Höhe des Etats. An die Geldgeber im Innenausschuss haben wir uns schon gewendet, z.B. an den innenpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Herrn Hartmann. Hier ist seine Webseite: http://www.michael-hartmann-spd.de/uber-mich/ Wir wissen nicht, ob Herr Hartmann sich für prekär arbeitende Lehrkräfte in Integrationskursen interessiert. Vielleicht muss man Herrn Hartmann aber auch 3, 5 oder 12 Mal anschreiben, bis er antwortet. Jedenfalls haben wir keine Antwort bekommen. Wir haben auch Frau Özoguz (ebenfalls SPD) angeschrieben, die nun “Integrationsbeauftragte” ist. Wir verfolgen per google alert jede Meldung, die über Frau Özoguz im Internet erscheint, sie hat sich noch nicht ein einziges Mal über die Integrationskurse geäußert. Allerdings ist Frau Özuguz der Bundeskanzlerin direkt unterstellt, weshalb von dieser Frau absolut nichts zu erwarten ist. Auch die Grünen interessieren sich nicht für die Integrationskurse, und noch viel weniger für prekäre Arbeitsverhältnisse.
      Das BAMF ist aber deshalb interessant, weil es die falsche Behörde für die Integrationskurse ist. Bundesinnenminister de Maizière (CDU) hat übrigens auch nicht geantwortet.
      Aber Frau Özoguz und Herr de Maizière haben auch nicht auf die Anfrage des Trägers CR Sprach-Schulungen aus Nürnberg geantwortet. CDU und SPD sind allerdings Seniorenparteien, deren Mitglieder im Durchschnitt 60 Jahre alt sind. Dass solche Parteien Null Interesse an der Integration von Ausländern oder an Bildungsthemen haben dürfte auf der Hand liegen.
      In der “heute-show” vom 28.03.2014 wurde die berühmte “sozialdemokratische Handschrift” in der Großen Koalition genauer beschrieben: https://www.youtube.com/watch?v=wtpuHxDzLUw (ab Minute 2:30): Zusatzbeiträge für die Krankenversicherung zahlt nur der Arbeitnehmer! Früher fand Andrea Nahles das “schlicht und ergreifend ungerecht”, heute trägt die SPD genau das mit. Von der SPD wird man wohl nicht erwarten können, dass sie etwas gegen ungerechte Bezahlungen in Integrationskursen unternimmt. Von der CDU brauchen wir gar nicht erst zu sprechen.

  2. Pingback: Lehrkräfte im DaF bzw. DaZ-Bereich. Eine Annährung | pumuckl2015

  3. Elke Marin says:

    Gibt es auf diesen offenen Brief vom 28.03.2014 eine Stellungnahme des BMI u./od. der anderen angeschriebenen Stellen? MfG EM

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s