Spendenaufruf für Integrationskurse

Sehr geehrter Herr Bosbach,

Sie sind der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag. Der Innenausschuss bestimmt über die Höhe der Mittelzuwendungen für Integrationskurse.
Wir sind eine Gruppe von Lehrkräften, die sich seit Jahren mit den Problemen rund um die Integrationskurse beschäftigen.
In der Anlage haben wir Ihnen einen Brief einer Sprachschule beigefügt, die, genau wie wir, auf die Missstände in den Integrationskursen hinweist.

Sie kennen ja unsere Kritik:
– durch die Unterfinanzierung der Integrationskurse sind die Träger gezwungen, auf Scheinselbstständigkeit basierende Honorarverträge anzubieten.
– Lehrkräfte verklagen ihre Träger vor den Arbeitsgerichten. In München wurde ein solches Verfahren kürzlich mit einem Vergleich beendet.
– Betrügerische Machenschaften einzelner Träger gegenüber dem BAMF. Möglich wurden sie, weil das BAMF pro Kreuzchen auf der Anwesenheitsliste abrechnete, deren Richtigkeit aber nicht überprüfen konnte.
– Wahrscheinlich immer noch andauernde Betrügereien gegenüber dem BAMF, weil das BAMF auch die Unterschriftenlisten nicht kontrollieren kann, die nun als Grundlage für die Abrechnung dienen.
– Wahrscheinlich betrügerische Aktivitäten einzelner Träger durch Nicht-Weiterleitung der Fahrtkosten an die KursteilnehmerInnen. (BAMF ignoriert diesbezügliche Anfrage) 
– Völlig unsichere Finanzierung der Träger durch das BAMF. Siehe das Schreiben der Sprachschule.
– Lehrkräfte arbeiten auf Hartz IV-Niveau. Flucht in andere Arbeitsbereiche, hohe Fluktuation.
– Kurzfristiges Ende der berufsbezogenen Deutschkurse.
– Schlechte Ergebnisse bei den Integrationskursen: 50% fallen durch den B1-Test durch.
– Zwang zum Integrationskurs für alle, statt auf sinnvolle individuelle Weiterbildung zu achten.
– Integrationskurse sind “Abschluss ohne Anschluss”: kein Übergang in die Erwerbstätigkeit geplant.
– Fehlende wissenschaftliche Evaluierung der Integrationskurse

Für das laufende Jahr wurde ein Bedarf von ca. 270 Mio. € errechnet, geplant sind jedoch nur 204 Mio. €. Das heißt, dass sich die Situation der Lehrkräfte und die Unsicherheit der Träger nicht verbessern wird. Auch werden wahrscheinlich wieder lernwillige MigrantInnen keinen Zugang zu Integrationskursen haben, weil der Innenausschuss die fehlenden 70 Mio. € nicht ausgeben kann. Der Bund übernimmt zwar Kosten von 6.000 Mio. € für die Länder, aber 70 Mio. für Integrationskurse hat er nicht mehr übrig.

Wir haben uns deshalb überlegt, eine Spendenkampagne für die Integrationskurse ins Leben zu rufen. Wir möchten die 80 Mio. Einwohner von Deutschland anschreiben und um eine Spende von 1,- € bitten. Wenn jeder unserer höflichen Bitte nachkommt, dann haben wir die Integrationskurse wieder für ein Jahr gesichert. Wir haben schon 10 ProfessorInnen von deutschen Universitäten angeschrieben und möchten mit dieser Mail die Damen und Herren des Innenausschusses auf unser Anliegen aufmerksam machen. Deshalb bitten wir Sie, unseren Spendenaufruf an alle Mitglieder des Innenausschusses weiterzuleiten.

Allen Unterstützern, die sich mit 1,- € für den Erhalt der Integrationskurse einsetzen, möchten wir gerne in unserem Blog namentlich unseren Dank aussprechen.

Mit freundlichen Grüßen

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