Gefühlter Stundenlohn

Die Demonstration von Kursleiterinnen gegen die prekären Arbeitsbedingungen in den Integrationskursen am 20.10. in Köln findet ein mediales Echo so:

Das Problem: Die vielen Honorarlehrkräfte unter den Lehrern fühlen sich nicht ausreichend entlohnt. 150 von ihnen trafen sich daher am Dienstagmorgen vor der Volkshochschule am Neumarkt, um gegen die „skandalöse Unterbezahlung“ zu demonstrieren. „Aus der Politik heißt es immer: Alle Flüchtlinge sollen Deutsch lernen. Und dann gibt es solch eine Bezahlung“, schimpft Angela Bankert, Geschäftsführerin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Lange Zeit haben Honorarlehrkräfte in NRW 19 Euro pro Stunde erhalten, seit 2012 sind es 21 Euro. „Auch das ist noch viel zu wenig“, sagt Bankert.

Die Lehrer treffen sich und fühlen, die GEW schimpft, die skandalöse Unterbezahlung wird in Anführungszeichen gesetzt, der Verdienst liegt bei 21 Euro pro Stunde – nicht schlecht, muss jede Mindestentlohnte mit 8,50 € pro Stunde denken.

Wenn weiter so berichtet wird über unsere prekäre Arbeitsbedingungen in  Integrationskursen, wundert es nicht, dass es so bleibt.

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Umfrage zur Honorarhöhe

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ver.di geht voran : Tarifverträge jetzt!

Der Vorstand von ver.di Wiesbaden zeigt in seiner Resolution vom 29. Oktober klare Kanten:

Kante 1 – Nachhaltige Willkommenskultur

Der Bezirksvorstand ver.di Wiesbaden fordert, dass die wichtige Aufgabe des Deutschunterrichts für Flüchtlinge möglichst schnell in qualifizierte Hände übergeht.

Flüchtlinge und Asylsuchende gehören möglichst schnell in reguläre Integrationskurse, statt wertvolle Zeit auf Wartelisten oder in Schmalspurkursen zu verlieren.

Kante 2 – Bildung ist Ländersache

Damit sich das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) wieder auf  seine Kernaufgabe, die Überprüfung der Asylanträge, konzentrieren kann und die Asylverfahren beschleunigt werden, sollen die Lehrer in Integrationskursen dem Kultusministerium des Landes unterstellt werden.

Bildung ist Ländersache.
Somit sollte das Land für die Anstellung der Lehrkräfte zuständig sein.

Kante 3 – Tarifvertrag für Lehrkräfte Continue reading

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Nicht wir sind die Experten, berufen sind andere

Für die Qualität der Integrationskurse ist im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Expertenkommission zuständig:

Um die hohe Qualität der Integrationskurse zu sichern, werden die Lehrpläne und der Abschlusstest ständig bewertet und weiterentwickelt. (…) Nach § 21 der Integrationskursverordnung ist dafür die Bewertungskommission zuständig. Sie entwickelt auch Verfahren der Qualitätskontrolle und optimiert das Konzept des bundesweiten Integrationskurses.

Wer sitzt in der Expertenkommission? Continue reading

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Einstiegskurse für Asylbewerberinnen – 8,50 Euro Stundenlohn

Ein großer Bildungsträger in einer großen deutschen Stadt im Osten bietet einen Arbeitsplatz als Fachkraft im Deutschunterricht für Flüchtlinge.

Die Fachkraft bewirbt sich, erhält eine E-Mail, man möge den Qualitätsbeauftragten des Träger anrufen. Die Fachkraft ruft an, leider stellt sich heraus, dass der Umfang des Deutschunterrichts geschrumpft ist; die Deutschkurse seien keine Integrationskurse des BAMF, sondern die neuen Deutschkurse der Arbeitsagentur. Die Fachkraft kommt ins Gespräch.
Interessant sei die Finanzierung, sagt der Qualitätsbeauftragte: Im Prinzip könne jeder Anbieter über die Seite der Bundesagentur nunmehr Deutschkurse anbieten – finanziell müsse sich das Angebot nur “im ortsüblichen” Rahmen bewegen. Ursprünglich aber, so der Mitarbeiter des Trägers …. Continue reading

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Prekäre Geschichten gesucht

Die Untersuchung von Rolf Dobischat, Marcel Fischl und Anna Rosendahl aus dem Jahr 2009 “Beschäftigung in der Weiterbildung – Prekäre Beschäftigung als Ergebnis einer Polarisierung in der Weiterbildungsbranche” gibt exemplarisch Stimmen und Stimmungen von Kolleginnen wieder:

“Was mich manchmal aufregt, ist, ich arbeite viel und kriege nur wenig raus, manchmal weniger als andere mit Hartz IV, obwohl ich eigentlich Aufgaben mache, die das Fundament unserer Gesellschaft bilden (…) und ich bin diejenige, die ihren Kopf für viele Versäumnisse in unserer Gesellschaft hinhalten muss, das ist ungerecht.“ (Transkript 2)

Oder:

Eine Stellenbeschreibung? Ja die gibt es wohl, aber (…) die sagt nicht mehr das, was ich hier meistens mache. (…)  Meine Aufgabe ist da erst mal, Ruhe reinzubringen, und dann irgendwann kann ich auch Deutsch unterrichten. Das ist manchmal ziemlich schwierig, da Unterrichtsbedingungen herzustellen. Eigentlich bräuchte ich mal eine eigene Weiterbildung in so was wie Konflikttraining. (…).Eigentlich steht da (in der Stellenbeschreibung), dass ich als Dozent angestellt bin. Aber in Wirklichkeit mache ich vielmehr als nur zu unterrichten. Meine Stellenbeschreibung kann gar nicht alles abdecken, was ich wirklich mache.“ (Transkript 6)

Uns würde natürlich auch eure Stimme und eure Stimmung interessieren – als Kursleiterinnen in den Integrationskursen. Schreibt uns, gegebenenfalls anonym: quamiku Klammeraffe gmail Punkt com. Wir posten es dann hier – eurer Einverständnis vorausgesetzt.

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Augen wischen – Honorarhöhe und Kurserfolg

Honorarhöhe und Kurserfolg – schlecht bezahlte Kursleiterinnen der Integrationskurse liefern gute Kursresultate ab? Warum nicht, ließ das BAMF in der Bewertungskommission am 9. März 2010 behaupten. Nach den Protesten der Aktion Butterbrot, der Dozenten Initiative Berlin und des DaZ-Netzwerks, sah die beauftragte Unternehmensberatung

kein(en) Nachweis eines statistischen Zusammenhangs zwischen Lehrkräftevergütung und Kurserfolg  (Quelle hier).

Besonders eindrucksvoll wirkt in das in dem zu Grunde liegenden Kurzgutachten:

Die Korrelationsanalyse für Lehrkraftvergütung und Kurserfolg ergibt marginale negative Zusammenhänge (jeweils Pearson’s r < 0,05).

Das klingt eindrucksvoll, weil mit termini technici der Statistik hantiert wird. Von dieser Behauptung bleibt allerdings nicht viel übrig, schaut man sich Continue reading

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